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Kleine Chronik des Dorfes Aminghausenvor 1000 Aminghausen gehört zu den Siedlungen, die wohl schon in altsächsischer Zeit existiert haben. Für diese Siedlungen ist typisch, dass sie an Wasserläufen entstanden. Auch die alten Höfe von Aminghausen liegen an einem Terrassenrand längs des Dorfbaches, der Schneedicke. 1055 Erste urkundliche Erwähnung von Aminghausen („Amanhusen“) in einer Schenkungsurkunde von Bischof Eilbert (Egelbert) von Minden für das Kloster St. Mauritius, das bis 1434 auf einer Weserinsel vor Minden lag. 1721 In Aminghausen gibt es vier Stätten, die leibfrei sind: ein Spänner (Vollbauer), ein Halbspänner (Halbbauer), ein Kötter (Kleinbauer) und ein Brinksitzer (der über einen Morgen Land verfügt). 1829 Familie Kerlen übernimmt den Hof Nr. 5, der noch heute in ihrem Besitz ist. um 1850 Der Vorsteher von Aminghausen heißt Schering und wohnt an der heutigen Päpinghauser Straße. 1869 Die Gastwirtschaft des Ortes wird eröffnet. Zunächst unter dem Namen Wertsmanns bekannt, heißt sie später Volkening, zuletzt Rodenberg. 1885 Die unter starker Beteiligung der Aminghauser Bürger erbaute Dorfschule wird zu Ostern eingeweiht. Lehrer Plahsmann beginnt damit, die Geschehnisse im Dorf Aminghausen in einer Schulchronik festzuhalten. Im selben Jahr wird die erste Steinstraße von Aminghausen zur Kreisstraße gebaut. Zu dieser Zeit hat der Ort 212 Einwohner. 1890 Bei der in diesem Jahr durchgeführten Volkszählung werden in Aminghausen bereits 278 Einwohner gezählt, davon 148 weiblich und 130 männlich. 1905 Gründung des Schützenvereins „Ruhe Siegt" Aminghausen. 1908 Lehrer Klöpping wird verabschiedet. Da zunächst kein neuer Lehrer zu bekommen ist, übernimmt Lehrer Schwier aus Leteln den Unterricht. Am 3. Oktober kommt Lehrer Wehrse, später als „Papa Wehrse“ bekannt, an die Aminghauser Schule. 1914 Am 14. Dezember wird der neue Friedhof eingeweiht, der von Stadtgärtner Isermann aus Minden angelegt worden ist. Das Kreuz in der Mitte des Friedhofes lieferte ein ungenannter Steinhauer aus Lerbeck, das alte schmiedeeiserne Tor Schlossermeister Boje aus Minden, Aminghauser Straße. Der erste Friedhofswärter wird Schneidermeister Karl Rösener, Haus Nr. 42. 1919 Im Sommer des Jahres wird Aminghausen hell es gibt elektrisches Licht. 1923 In diesem Jahr werden gleich drei Vereine im Dorf gegründet: Die Notgemeinschaft „Hilfe am Grabe“, die Freiwillige Feuerwehr, bei der 70 Einwohner Mitglied werden, und der Ziegenzuchtverein „Aminghausen und Umgebung“, dessen Bockstation sich bei Haus Nr. 41 (Wessel) befindet. Leider stellt sich schon bald heraus, das der zur Zucht angeschaffte Bock unfruchtbar ist… 1924 Erstmals wird im neuerbauten Saal der Gastwirtschaft zwei Tage Erntefest gefeiert, am Sonntag findet ein Umzug mit Erntekranz und Erntewagen statt. 1929 Der Klempner Ernst Ullrich gründet den Theaterverein „Thalia“. Die Stadt Minden legt unmittelbar diesseits des Mittellandkanals eine Siedlung aus ausrangierten Eisenbahnwaggons an, in der etwa 14 Familien untergebracht werden. Da von 14 Männern 12 arbeitslos sind, kommt es immer wieder zu Konflikten. 1931 Am 17. Oktober bekommt Aminghausen einen eigenen Leichenwagen, der in Hannover gekauft wurde. Bis dahin musste der Leichenwagen von Leteln geliehen werden. 1932 Am 3. Juli wird das erste Missionsfest in Ellerkamps Lammern gefeiert. 1935 Es herrscht eine große Trockenheit, bei der zum ersten Mal seit Menschengedenken die Schneedicke völlig austrocknet. 1938 Lehrer Kallendorf, der inzwischen „Papa Wehrse“ abgelöst hat, fährt den ersten PKW in Aminghausen. 1939 Die Schule bekommt das erste Radiogerät im Dorf. 1944 Bei den Bombenangriffen im November 1944 werden einige Häuser völlig oder teilweise zerstört, darunter die Gastwirtschaft Volkening, die Häuser Nr. 33 (Wischmeier) und Nr. 9 (Klöpper). Heinrich Klöpper beginnt als erster mit dem Wiederaufbau, Haus Nr. 33 wird nicht wieder aufgebaut. Am Mittellandkanal entsteht wieder eine Barackensiedlung, das sogenannte Rogalladorf. 1950 Die neuerbaute Gastwirtschaft wird mit einem Erntefest eingeweiht. Im selben Jahr werden die ersten drei Häuser der neuen Siedlung auf der kleinen Seite der Bult, der jetzigen Brauckstraße, fertiggestellt. Zuerst baute Karl Huck, Nr. 55, dann die Brüder Heinrich und Wilhelm Riechmann. 1952 Der Schützenverein „Ruhe siegt“ gründet sich neu. 1953 Die Kiesgrube am Friedhof wird in Betrieb genommen. 1956 Im November wird das jetzige Feuerwehrgerätehaus eingeweiht, das inzwischen um einen Schulungsraum erweitert worden ist. 1964 Lehrer Herbert Menze, der zuvor in Hahlen tätig war, kommt nach Aminghausen. 1966 Am 20. November wird die Friedhofskapelle eingeweiht. 1968 Im Mai wird vom Gemeinderat die Auflösung der Schule beschlossen. Im selben Jahr findet auch das letzte Erntefest statt. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde baut der Schützenverein in der ehemaligen gemeindeeigenen Sandgrube den jetzigen Schießstand. 1970 Die Dorfschule wird abgebrochen. 1973 Im Zuge der Gebietsreform wird die zuvor selbständige Gemeinde ein Stadtteil von Minden und der ehemalige Bürgermeister Fritz Krah der erste Ortsvorsteher von Aminghausen. Noch am 13. April des Jahres wird sein Sohn Günter Krah sein Nachfolger. 1978 Die Notgemeinschaft „Hilfe am Grabe“ wird aufgelöst. 1984 Die Kirchengemeinde St. Markus Aminghausen-Leteln, die zuvor zu St. Marien in Minden gehörte, wird selbständig. Am 31.12. des Jahres hat Aminghausen 382 Einwohner, davon 180 weiblich und 202 männlich. 1985/86 Das nördlich der Karlstraße entstandene neue Industriegebiet Minden-Ost (Aminghausen) wird durch ein etwa zwei Kilometer langes Anschlussgleis an das Schienennetz der Mindener Kreisbahnen angeschlossen. 2005 Am 9. und 10. September feiert der Schützenverein „Ruhe Siegt" sein 100jähriges Bestehen. Am 11. September begeht Aminghausen den 950. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung. 2008 Am 23. August feiert die Löschgruppe Aminghausen ihr 85jähriges Bestehen. |
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| 30.7.2010 | 22:03 |
